Klassikwelt Bodensee 2008_2

Das gibt es auch nicht aller Tage: Der Mainzer Harald Hartung kam mit seinem Porsche-Diesel-Traktor zur „Klassikwelt Bodensee“ angefahren. Für die fast 400 Kilometer lange Strecke brauchte er drei Tage. Kein Wunder bei einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Dafür wurde er aber auf der Messe gebührend gefeiert –  und mit einem Sonderpokal von ADAC-Präsident Christian Kubon ausgezeichnet.

Harald Hartung ist eigentlich eine rheinische Frohnatur. Doch leidenschaftlich schlägt sein Herz für seinen geliebten Porsche-Diesel, Standard 21 B, Baujahr 1958. Der „Rote aus Manzell“ ist auch entsprechend im Toppzustand. Kein Wunder, der 50-jährige ist Meister der Radio- und Fernsehtechnik und damit mit „Feinmotorik“ bestens vertraut. Und das habe, freilich im viel größeren Maßstab, einiges mit den Porsche-Traktoren gemein, sagte Harald Hartung. „Ferdinand Porsche hat mit seinen damaligen innovativen technischen Entwicklungen neue Maßstäbe gesetzt, die auch heute noch leicht für uns Porsche-Diesel-Fans nachvollziehbar sind“, bemerkte der Mainzer weiter.

Wer drei Tage lang dermaßen und tapfer unterwegs war und dabei fast 400 Kilometer „getuckert“ hat, findet auf der „Klassikwelt Bodensee“ rasch neue Freunde und Bewunderer. So auf dem Messestand der Interessengemeinschaft Allgaier-Porsche-Freunde Bodensee. Aber auch die Zeppelin-Urenkel Elinor Kaempfe und Roy Freiherr von Koenig „outeten“ sich rasch als wahre Porsche-Diesel-Fans und gingen spontan mit zum Messestand der Allgaier-Porsche-Freunde. Dort war dann Fachsimpeln angesagt: Beispielsweise über die einmalige Porsche-Traktorentechnik und ein bemerkenswertes Stück Häfler Industriegeschichte, die einst in der Nachkriegszeit die nationale und internationale Landwirtschaft geprägt hatte.

 

Kooperation mit Supermoto

Der Häfler ADAC-Ortsclub/Renngemeinschaft Graf Zeppelin und der 1. Supermoto-Club Bodensee kooperieren. Damit will man künftig gemeinsame Ziele im Motorsport und vor allem in der Jugendarbeit verfolgen. Das wurde auf der Kartbahn am Häfler Flughafen beschlossen. Als Untergruppe des Häfler ADAC´s bleibt der Supermoto-Club aber auch weiterhin ein eigenständiger Verein.

ADAC-Präsident Christian Kubon und der stellvertretende Vorsitzende des 1. Supermoto-Clubs Bodensee, Michael Möbius, freuten sich über die Kooperation, und stellten ihre Vereine und die Aktivitäten vor. Supermoto zählt 120 Mitglieder, darunter 25 Jugendliche, und wurde 2004 gegründet. Beide Vereine hatten bereits bei zwei internationalen deutschen Supermoto-Meisterschaftsläufen auf dem Messegelände ihre reibungslose Zusammenarbeit unter Beweis gestellt. Zu ihren gemeinsamen Aushängeschildern gehören der in der DTM führende Timo Scheider und Ex-Supermoto-Weltmeister Bernd Hiemer, der gegenwärtig wieder die WM anführt.

Der Häfler ADAC-Ortsclub wurde 1966 gegründet, 1969 folgte die Renngemeinschaft Graf Zeppelin. Der Verein zählt jetzt über 500 Mitglieder. Von einem sehr erfolgreichen Sportjahr berichtete Rennleiter Dieter Veser. Die RGZ habe in ihrer Erfolgsgeschichte über 2 600 erste Plätze und 11 400 Plätze auf dem Siegerpodium erkämpft. Vor allem der Motorradsport habe stark an Bedeutung zugenommen. Hier hätte sich ganz besonders das „zarte Geschlecht“ stark in Szene gesetzt. Auch für das laufende Sportjahr seien wiederum hervorragende Platzierungen und EM-Titel zu erwarten.

In der Erfolgsspur bewegen sich auch die Motorradgruppe Markdorf mit ihren rund 50 Mitgliedern und die Jugendgruppe Graf Zeppelin mit über 50 Buben und Mädchen im Alter von vier Jahren an aufwärts. Seit 1995 wird auf der Häfler Karbahn am Flughafen eine vorzügliche Jugendarbeit geleistet. Die Aus- und Weiterbildung sowie sportliche Aktivitäten stünden dabei im Vordergrund. Die Kartbahn wird darüber hinaus von vielen Fans aus der internationalen Bodenseeregion regelmäßig besucht. Der „Engländer Stammtisch“ im Häfler ADAC hat sich der Pflege von klassischen englischen Sportautos verschrieben. Er zählt rund 40 Mitglieder. Wolfgang Karcher berichtete abschließend von der kürzlichen „Wunschtour 2008“. Wiederum wurden mit 60 Oldtimern schwerstkranke Kinder der Uni-Klinik Ulm durch Oberschwaben gefahren.

Abschließend hofften die beiden Vereinsvorstände auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Es gehe vor allem um den Erhalt der Kartbahn am Flughafen. Auch der Wunsch nach einem eigenen Sportgelände für Verkehrssicherheit und Sport wurde dabei deutlich.

 

9.Bodensee-Oldtimer-Rallye

Rund 60 Oldie-Teams aus dem In- und Ausland haben am Wochenende bei der 9. Bodensee-Oldtimer-Rallye um Siegerkränze und Pokale gekämpft. Viel Lob und Anerkennung gab es für die Organisatoren vom Veranstaltungsteam, unserem ADAC-Ortsclub und dem Ortsclub aus Meckenbeuren.

Der Häfler ADAC-Präsident Christian Kubon, Fahrtleiter Gebhard Zeller (Renngemeinschaft Graf Zeppelin) und Wolfgang Bauder von der Scuderia Humpis nahmen die Siegerehrung vor. Christian Kubon dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern der Rallye und wies vor den Oldie-Freunden auf die „Klassikwelt Bodensee“ hin, die vom 21. bis 24. Mai 2009 auf dem Messegelände stattfinden wird. Dort wird in zweiter Auflage auch wieder die ADAC-Zielfahrt steigen.
Gesamtsieger wie im Vorjahr wurden Jürgen Meggle (München) und Lisa Meggle (Dietmannsried) auf einem Volvo P 1800 S aus dem Jahre 1963. Die weiteren Ergebnisse:
Historic A:
Armin Labor, Nikolai Kröger, MG A, Baujahr 1958, Markdorf, 2. Andreas Zimmer, Christiane Mergenthaler, Porsche 356, Baujahr 1961, Pforzheim, 3. Dr. Jochen Engelen, Armin Roch, Austin-Healey, Baujahr 1960, Überlingen.
Historic B:
1. und Gesamtsieger der Bodensee-Oldtimer-Rallye Jürgen und Lisa Meggle, München/Dietmannsried, 2. Herbert Gretler, Sandra Bodenmüller, Alfa Romeo Giulia Sprint, Baujahr 1962, Wangen.
Klassische Fahrzeuge:
Gerhard König, Erika König, Leyland MG B GT, Baujahr 1970, Salach, 2. Werner Dussling, Jürgen Illig, Porsche 911 T, Baujahr 1969, Stuttgart, 3. Gerald Lerch, Andrea Lerch, Mercedes-Benz 250 Coupe, Baujahr 1970, Feldkirch/Vorarlberg, 4. Jürgen Borkhart, Irmgard Ritz, Mercedes-Benz 350 SL, Baujahr 1971, Korntal-Münchingen. Mit einem tollen siebten Platz feierten hier die SZ-Mitarbeiter Ralf und Lydia Schäfer auf ihrem VW-Käfer 1300, Baujahr 1969, eine gelungene Premiere.
Youngtimer:
Lothar Ullmann, Angelika Ullmann, Alfa Romeo GTJ 1600 Bertone, Baujahrt 1973, Stuttgart, 2. Mike Höcker, Marko Höcker, VW-Porsche 914, Baujahr 1975, Versmold, 3. Hans-Georg Karbach, Lisa Barth, VW 1303 LS Cabrio, Baujahr 1972, Stockach.
Youngtimer 1:
Tino Kirschner, Nicole Kasprzak, Fiat X1/9, Baujahr 1981, Wasserburg.
Touristische Ausfahrt:
Harald Birnbaum, Nicole Allgaier, Lotus 7, Baujahr 1982, Friedrichshafen, 2. Gerhard Steinbinder, Thomas Benkenstein, TVR-M 2500, Baujahr 1973, Meckenbeuren, 3. Peter Joos, Gabriele Joos, MG-B, Baujahr 1976, Ravensburg, 4. Hans-Bernd Kilian, Klaus Köhler, Triumph-Spitfire 1500, Baujahr 1981, Markdorf.

Sonderpreise erhielten das Damenteam Christina Kreiter, Markdorf, auf VW-Käfer und der älteste Teilnehmer, Karl Ibele, Rolly-Royce, aus Wilhelmsdorf. Für die weitesten Anreisen wurden Mike Höcker, VW-Porsche 914, aus Versmold, und das Team Rolf Meinke aus Berlin mit ihrem Trabant 601 Cabrio ausgezeichnet. Auch das älteste Fahrzeug, ein „kaiserlicher“ Buick B 24 aus dem Jahre 1914, gesteuert von Werner Hahnen aus Sulzberg in Vorarlberg wurde geehrt. Die Mannschaftspokale holten sich gleich zwei Team des „Engländer Stammtisches.“ Er ist eine Gruppierung des Häfler ADAC-Ortsclubs/Renngemeinschaftz Graf Zeppelin.

Beim Festabend auf der Messe zeichnete eine Jury die schönsten Automobile aus: Burkhard Müller aus Rülzheim mit einem Mercedes-Benz 300 SL Roadster, Klaus-Peter Lösch aus Hagnau mit einem Barbas-Framo-Pritschenwagen und Manfred Biesinger aus Lindau mit einem Jaguar XK 140 FHC waren die Sieger.