Erster Sieg für Tim Zimmermann im Formel-Sport

Zimmermann gewinnt Rennen am Slovakiaring

Tim Zimmermann aus Langenargen hat am Sonntagnachmittag sein erstes Formelrennen seiner Karriere gewonnen. Der Serienneuling fuhr im dritten Rennen des ADAC Formel Masters-Wochenendes am Slovakiaring (8. Bis 10. August) vom neunten auf den ersten Platz nach vorne. Mit einem zweiten Platz am Tag zuvor sammelte Zimmermann damit wichtige Punkte für die Gesamtwertung

Kurz nach 15 Uhr am Sonntagnachmittag (10. August 2014) war es dann soweit. Tim Zimmermann kletterte zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere im Formelsport auf das oberste Treppchen. Im dritten und letzten Rennen des ADAC Formel Masters am Slovakiaring ließ Zimmermann das restliche Fahrerfeld hinter sich und konnte sein Glück kurz danach kaum fassen. „Das ist ein unfassbares Gefühl“, ist Zimmermann direkt nach seinem Rennen überwältigt. „Das kannst Du eigentlich gar nicht beschreiben.“

Besonders groß war die Freude wohl auch, weil die Ausgangslage für den Förderpiloten der „Deutsche Post Speed Academy“ vor dem Rennen alles andere als hervorragend war. Im zweiten Rennen am Sonntagmorgen fand sich Zimmermann nach einem Schubser eines Konkurrenten im Gras, und später, nach einer starken Aufholjagd, auf Platz neun wieder. „Da war ich ziemlich angefressen“, erinnert sich der 17-jährige später. „Und das nicht nur, weil ich ohne Schubser um den Sieg hätte mitfahren können“.

Denn Zimmermann musste dann auch am Nachmittag von Startplatz neun ins Rennen gehen. „Ich hatte nichts zu verlieren in diesem Rennen“, sagt der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport. „Mit ein bisschen Wut im Bauch wollte ich diese kleine Chance aber dann nutzen.“ Und das tat er dann auch. Schon nach kurzer Zeit fuhr sich Zimmermann auf Rang fünf nach vorne. Zwei Runden vor Schluss war der 17-jährige dann Dritter. „Ich habe gespürt, dass da noch mehr drin war und hab nochmal alles aus mir und dem Auto rausgeholt“, so Zimmermann. „Und das hat dann auch prima funktioniert. Der Langenargener schnappte sich beide vor ihm fahrenden Lotus-Piloten und fuhr als Erster über den Zielstrich.

Mit diesem Sieg und den Plätzen neun und zwei in den ersten beiden Rennen ist nicht nur Tim Zimmermann mehr als zufrieden. „Das war heute sein Meisterstück“, sagt Teamchef Hannes Neuhauser über seinen Schützling und der gibt die  lobenden Worte gern zurück. „Das Team hat nicht nur heute einen großartigen Job gemacht“, freut sich Tim Zimmermann. „Das Paket war an diesem Wochenende einfach der Wahnsinn“.

Am Nürburgring soll dieser Wahnsinn in drei Wochen dann weitergehen. Vom 29. bis zum 31. August macht die ADAC Formel Masters dann in der Eifel Halt.

Bericht: Matthias Liebhardt, Fotos: Alexander Trienitz

 

Tim Zimmermann vor der 2. Saisonhälfte

Am 8. August 2014 startet der 17-jährige Tim Zimmermann aus Langenargen in die zweite Hälfte der ADAC Formel Masters-Saison. Bislang zeigte sich der Formel-Neuling von seiner besten Seite. In den ersten 12 Rennen der Saison kletterte Zimmermann vier Mal aufs Treppchen und führt als fünfter der Gesamtwertung die Rangliste der Rookies an. Auch seinen Friedrichshafener Ortsclub des ADAC, die Renngemeinschaft Graf Zeppelin, verfolgt Zimmermanns Karriere mit großer Begeisterung. Seit 1966 ist der Rechtsanwalt Christian Kubon Vorsitzender des Ortsclubs und hält sehr viel von der Leistung des Motorsporttalents vom Bodensee.
Herr Kubon, Sie haben die erste Saisonhälfte des ADAC Formel Masters verfolgt, speziell auch die des Langenargeners Tim Zimmermann. Wie hat der Rookie sich, Ihrer Meinung nach, geschlagen?
Als Neueinsteiger hat sich Tim in seiner ersten Formelsaison hervorragend geschlagen. Wenn man sieht,dass er in der ersten Saisonhälfte bei 12 Rennen vier Podestplätze schaffte, ist dies sicherlich weit über unseren
allgemeinen Erwartungen und zeigt sein enormes Talent. Dies alles hat er herausgefahren, obwohl er sicherlich, besonders in seiner ersten Formelsaison, sehr unter Druck steht. Er weiß, dass viele auf ihn vertrauen
und möchte dies natürlich wieder zurückgeben. Wenn es ihm letztlich gelingt, die gesamte erste Saison unter den ersten fünf abzuschneiden, ist dies ein sehr gutes Ergebnis. Toll finde ich auch, dass er auf anhieb ein so hervorragendes Team gefunden hat, welches in der Teamwertung an erster Stelle liegt. Tim hat sicherlich auch zu diesem Erfolg mit beigetragen.
Ist Zimmermann also ein würdiges Aushängeschild für die Renngemeinschaft Graf Zeppelin?
Die Renngemeinschaft Graf Zeppelin hat in den 46 Jahren seit Bestehen hervorragende Fahrer gehabt und hat sie auch heute noch. Wir denken hier an den unvergessenen Reinhold Roth sowie an die Motorradlegende
Herbert Schek. Auch unser Ehrenmitglied Hans-Joachim Stuck hat mehrere Weltmeisterschaften eingefahren und war auch erfolgreich in der Formel 1 unterwegs. In den letzten Jahren hat Timo Scheider zweimal die Gesamtwertung
der DTM gewonnen und die jetzigen Erfolge von Tim zeigen, dass hier ein neues Aushängeschild für die Renngemeinschaft Graf Zeppelin heranwächst.
Tim Zimmermann ist auch Nachwuchs für die Renngemeinschaft Graf Zeppelin – wie wichtig ist Nachwuchsarbeit im Motorsport?
Tim hat bereits in jungen Jahren im Kart-Sport hervorragende Erfolge herausgefahren. Solche Vorbilder sind gerade für unsere jungen anderen Fahrer sehr wichtig. Sie können sich ein Beispiel daran nehmen und sind
natürlich stolz, einen solchen Fahrer in ihren Reihen zu haben. Umso mehr bedauern wir, dass wir im Moment keine eigene Kart-Bahn haben und der Nachwuchs mit enormen Aufwand wo anders fahren muss. Dies behindert
unsere Nachwuchsarbeit natürlich sehr.
Die Renngemeinschaft Graf Zeppelin hat schon viele Rennfahrer über die Jahre gesehen. Was hat sich von den 60er Jahren bis heute im Motorsport verändert?
Nachdem ich selbst in den 60er und Anfang der 70er Jahre viele Tourenwagenrennen bestritt, muss ich sagen,dass sich der Motorsport grundlegend geändert hat. Heute ist alles viel professioneller und mit einem enormen Geldaufwand verbunden. Hätte Tim trotz seines großen Talentes nicht ein solch professionelles Team um sich, was ihn fördert und unterstützt, hätte er meines Erachtens nur wenig Chancen voranzukommen.
Tim Zimmermann hat ein klares Ziel: die Formel 1. Was trauen Sie dem 17-jährigen denn zu?
Ich traue Tim durchaus zu, sein Endziel Formel 1 zu erreichen. Doch gehört hierzu leider nicht nur Talent, sondern auch ein großes Maß an Unterstützung und auch etwas Glück. Nachdem er fahrerisch schon viel beweisen
konnte, werden wir ihn weiter mit unseren bescheidenden Mitteln unterstützen und hoffen, dass er es schafft. Die Renngemeinschaft Zeppelin wird alles tun, um einen solch talentierten Fahrer zu unterstützen, wobei Rückschläge natürlich niemals auszuschließen sind.