Hauptversammlung des ADAC-Ortsclubs mit der 50 Jahre alten Renngemeinschaft Graf Zeppelin

Hauptversammlung des ADAC-Ortsclubs mit der 50 Jahre alten Renngemeinschaft Graf Zeppelin

Michael Moebius vom Supermoto Club Bodensee berichtete von tollen Events der Aktiven, die zu Beginn des vergangenen Jahres ihre gesamte Clubarbeit wieder auf den Erfolg der Messe „Motorradwelt Bodensee“ und hier die Vorbereitungen für die Supermoto-Showraces ausgerichtet hatten. Zwei Nachmittage für den Streckenaufbau und 14 Trainingstage forderten den Zusammenhalt der Mitglieder. Und es hat sich gelohnt. Fahrer wie Ehrenmitglied Philipp Öttl aus der Moto3 und Marcel Schrötter aus der Moto2 waren nach Friedrichshafen gekommen. Zum Ostertraining fuhr man nach Castelletto di Branduzzo, andere lange Wochenende verbrachte man auf Rennstrecken in Frankreich oder Norditalien. Bis spät in den Herbst hinein wurde gefahren, unter anderem in Mailand, wo drei Rennstrecken zur Verfügung stehen. Von einem „erfüllten Clubleben“ berichtete auch Thomas Krohne von der Motorradgruppe Markdorf. Man war unterwegs ans Nordkap oder nach Gibraltar, lagerte unter freiem Himmel und legte in drei Wochen 9000 Kilometer zurück. Nennenswerte Unfälle gab es nicht, was nach Thomas Krohne daran liegt, „verdammt schnelle Schutzengel“ zu haben, wie er scherzhaft meinte. Zum eigenen Motorradtreffen begrüßte die Gruppe 150 internationale Gäste. 40 Jahre gehört die Markdorfer Motorradgruppe mittlerweile zum ADAC-Ortsclub Friedrichshafen, und Krohne hofft, auch den 50. Geburtstag gemeinsam feiern zu können. Helge Hinz berichtete von einem Mitgliederzuwachs bei den jungen Kart-Fahrerinnen und -Piloten, die am Memminger Flugplatz und in der Messe in einer tollen Zusammenarbeit mit den Supermoto-Kollegen trainieren und sich gegenseitig unterstützen. 18 „neue“ Kinder bedeuteten im Herbst einen neuen Höchststand, der sich auch in den Erfolgen wiederspiegelte. Neun Trainingseinheiten sind in der neuen Saison in Memmingen gebucht. Durchschnittlich sind 12 Kinder am Start. Zwei fahren mittlerweile aktiv und lassen die Verantwortlichen trotz der fehlenden Strecke in der Region positiv in die Zukunft blicken. Sportleiter Jürgen Baumgärtner streifte das sportliche Geschehen insgesamt und gab bekannt, dass die Geschwister Mike und Michelle Halder, bei der letztjährigen Clubmeisterschaft auf den Plätzen 2 und 3 platziert, in der neuen Saison auf Honda fahren. Baumgärtner hofft, unfallfrei durch die Saison zu kommen und bat um Helfer für die Historic-Rallye des ADAC. Nach den neuen Spielregeln des ADAC orientieren sich an deren Zahl die Zuschüsse. An diese Neuerungen knüpfte auch Schatzmeister Bernd Schulze an, der wieder eine exzellent geführte Kasse vorlegte, die durch höhere Werbeeinnahmen und sparsames Haushalten einen erfreulichen Gewinn verbucht. Einstimmig wurde der gesamte Vorstand entlastet. In diesem Zusammenhang appellierte Herrmann Rittler an die Hauptversammlung, weitere Mitglieder zu werben. Der Grund insbesondere: Pro 50 Mitglieder erhalten die Clubs bei der ADAC-Delegiertenversammlung eine Stimme – und der Verein mehr Geld. Ihr 50jähriges Jubiläum feiert in diesem Jahr die Renngemeinschaft Graf Zeppelin im ADAC-Ortsclub. Daran erinnert werden soll bei der Messe Tuning-World Anfang Mai und bei der Siegerehrung im Dezember. Geplant ist, mit dem Kressbronner Oldtimer-Club ein gemeinsames „Beifahrer-Angebot“ zu machen. Um letzteren die Angst zu nehmen, bei Oldtimer-Ausfahrten als Beifahrer Verantwortung zu übernehmen, will man sie in einer Veranstaltung informieren, ihnen ihren Part erklären. Denn: Fahrer für diese Veranstaltungen gibt’s genug, allein an Beifahrern hapert’s.

12.04.2019

Eröffnung der Sonderausstellung. in der Sparkasse Bodensee: 50 Jahre ADAC Ortsclub Friedrichshafen

Würdiger Rahmen für die Sonderausstellung

Spannende Schau eines schnellen Clubs  / Köhler: Sie bewegen nicht nur Autos  /  Teamgeist wird im Ortsclub großgeschrieben
In der Sparkassenzentrale in der Charlottenstraße wurde am Mittwochabend eine noch bis 8. Juli zu sehende Ausstellung zum 50jährigen Jubiläum des ADAC-Ortsclubs Friedrichshafen eröffnet. Auf Stellwänden hat Herbert Schneider zu Texten des 2. Vorsitzenden Franz Schmid die Erfolge der einzelnen Abteilungen in professioneller Weise sichtbar werden lassen. Bei der Vernissage begrüßte Präsident Christian Kubon neben anderen Ex-OB Martin Herzog, der in seiner aktiven Zeit eher in der Pilotenkanzel unterwegs war.
Erster Bürgermeister Stefan Köhler gratulierte im Vorgriff auf die Jubiläumsfeier am 23. Juli, die Stadt sei stolz auf diesen Club und nannte 50 Jahre für einen Verein ein beachtliches Alter. Die Ausstellung zeige, wie engagiert die Mitglieder seien: „Sie bewegen nicht nur Autos, Sie bringen auch eine Ausstellung auf den Weg“, bemerkte er. Sport bedeute Leidenschaft, und so sei es auch im  Motorsport. Unter den knapp 1900 ADAC-Ortsclubs in Deutschland gebe es nur wenige, die eine solche Leidenschaft bewiesen und solche Erfolge vorzeigen könnten. Dem Extrembergsteiger Köhler ist nicht bange, dass es den Friedrichshafener ADAC-Ortsclub auch in weiteren 50 Jahren noch geben wird. Bei einer derart aktiven Jugendarbeit macht er sich keine Sorgen um dessen Zukunft.
Der zweite Vorsitzende Franz Schmid streifte in einem Rückblick 50 Jahre Clubgeschichte, beginnend mit der Vereinsgründung 1966 im einstigen Hotel „Sonne“ in der Karlstraße (heute K&L). Es war die Zeit, als Ludwig Erhard Bundeskanzler war, die ersten Anzeichen der Studentenunruhen sichtbar wurden und viele Deutsche vom Kleinwagen in die Mittelklasse aufstiegen, als der erfolgreiche Motorsportler Christian Kubon den Club initiierte. Drei Jahre später wurde die „Renngemeinschaft Graf Zeppelin“ gegründet, in dem sich Rennfahrer wie „Strietzel“ Stuck tummelten. 1972  nahm die Jugendarbeit  mit der Kartbahn beim  Flughafen ihren Aufschwung.
Großes Hallo, als sich die Fahrerinnen und Fahrer in der Ausstellung wieder fanden. Alle Abteilungen sind in der brillant aufbereiteten Schau mit ihren nationalen und internationalen Erfolgen nachzuerleben. In vielen Farb- und Schwarzweiß-Fotos, Pokalen und Urkunden.  Von der „Renngemeinschaft Graf-Zeppelin“, der Jugendgruppe „Graf Zeppelin“, die leider nach wie vor auf eine Kartbahn wartet und dennoch erfolgreich unterwegs ist, über die Motorradgruppe Markdorf, den 1. Supermoto-Club Bodensee, die Gruppe Gramici oder die Oldtimer-Rallye-Helfer sind alle vertreten, die in dem halben Jahrhundert auf zwei, drei und vier Rädern nationale und internationale Erfolge für den Club geholt haben.
Zur Ausstellungseröffnung waren viele gekommen, die in dieser Ära positive Schlagzeilen in den Sportseiten geschrieben haben.  Herbert Schek aus Wangen etwa, wegen dem Messe-Projektleiter Roland Bosch vor fast 30 Jahren dreimal an Neujahr in Paris war, um seinem Motorrad-Idol beim Prolog zum Start der Paris-Dakar zuzujubeln. Am Mittwoch dabei ohne Frage „Gebe“ Zeller und Karl-Heinz Linnig, Max Fessler oder Emin Akata. Franz Schmid dankte Sportleiter Dieter Veser, der zurzeit die 17. Oldtimer-Rallye am 2. und 3. Juli vorbereitet, dem „Mädchen für alles“ Bernd Schulze und Herbert Schneider, der mit seinem Fachwissen und seiner Kreativität  nicht nur die Ausstellung gestaltete. „Viele tragen dazu bei, den Club mit Leben zu erfüllen“, lobte er, und: „Teamgeist wird im  Ortsclub großgeschrieben“.
Hausherr, Sparkassenchef Lothar Mayer, zog Parallelen zur Bank: Während die Sparkasse vom Vertrauen ihrer Kunden lebe, sei es beim ADAC das Vertrauen an die vielen Helfer. Mayer ist überzeugt, wer so erfolgreich 50 Jahre überstanden hat, für den seien weitere 50 Jahre ein Kinderspiel.  Christian Kubon dankte Mayer dafür, die Ausstellung ermöglicht zu haben.
Eugen Treichel beeindruckte die Ausstellungsgäste mit seiner klassischen Gitarre.
Text: Sigi Großkopf