Positive Generalprobe für Tim Zimmermann

Positive Generalprobe für Tim Zimmermann

Tim Zimmermann fühlt sich gut vorbereitet für das legendäre 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife Anfang Juni. Denn unter dem Strich war das Qualifikationsrennen mit seinen sechs Sunden Fahrzeit am vergangenen Sonntag ein voller Erfolg. Der 24-Jährige musste mit so ziemlich allen Witterungsverhältnissen in der „grünen Hölle“ umgehen und war bei seinem ersten Nordschleifeneinsatz in einem GT3-Auto nur ganz wenig von den Zeiten der erfahrenen Topfahrer entfernt. „Mit der Performance können und müssen wir zufrieden sein“, zieht er Bilanz. „Rang sechs im Qualifying hat gezeigt, dass es sehr gut funktioniert. Mit ein wenig mehr Glück wäre da richtig was drin gewesen.“ Denn Glück hatte der Langenargener wieder nicht. Er schaute sich den Start aus der Box an und sah seinen Teamkollegen Axcil Jefferies richtig Alarm machen. Der Engländer ließ gleich zu Beginn zwei Konkurrenten stehen, schnappte sich auf den nächsten 25 Kilometern Nordschleife einen weiteren und hielt mit der Spitze mit. Kurze Zeit später rollte der Lamborghini mit der Startnummer 19 allerdings nur noch langsam und humpelte mit einem Reifenschaden zurück an die Box. Als Zimmermann später übernahm, war wieder ein Gummi platt und das Team von Konrad Motorsport hatte schon eine Runde Rückstand. „Es war ein bisschen schade, dass das Rennen da schon vorbei war“, sagt Zimmermann allerdings ohne Enttäuschung. „Ich hätte gern um das Podium gekämpft, aber das sollte nicht sein. Wir haben allerdings noch gute Runden gehabt und das stimmt mich positiv.“ Denn trotzdem der Huracan mit dem Rennausgang nichts mehr zu tun hatte, legte Zimmermann eine schnelle Sektorzeit nach der anderen auf den Asphalt und fuhr sich für das 24-Stunden-Rennen in vier Wochen warm. „Bis auf den Reifenschaden waren alle sehr positiv und glücklich mit der Leistung“, erzählt er. „Ich habe sehr viel gelernt und das auch schnell umsetzen können. Das freut mich sehr.“ Dass nach vier Stunden dann endgültig Schluss war für das Dreierteam, war nur noch wichtig für die Geschichtsbücher. Für Tim Zimmermann geht es nun fast nahtlos weiter. Am kommenden Wochenende startet das ADAC GT Masters in Oschersleben. Dort wird er mit seinem Teamkollegen Steijn Schothorst um die Punkte kämpfen. „Es ist großartig, dass in diesem Jahr so viel passiert und ich kaum Zeit habe, um durchzuatmen“, sagt er. „Wenn wir jetzt dann bald auch wieder Zuschauer an der Strecke haben dürfen, dann wird das ein super Motorsportjahr für mich.“

10.05.2021

Regenchaos in Monza

Regenchaos in Monza

„Das war ein dermaßen verrücktes Rennen“, konnte man Tim Zimmermann auch noch Stunden nach seinem Rennen am Sonntagabend in der GT World Challenge sagen hören. „Was da in den drei Stunden in Monza alles los war, habe ich so auch noch nicht erlebt.“ Dass es für Zimmermann und seine Teamkollegen Clemens Schmid und Kikko Galbiati am Ende dann eben nur für den 27. Gesamtrang reichte, lag allerdings nicht nur an den verrückten Bedingungen im königlichen Park. Die Konkurrenz war groß im internationalen Feld, dementsprechend eng war auch das Qualifying. Alle drei Fahrer durften für 15 Minuten in ihr Auto steigen und am Ende wurden alle drei Zeiten kombiniert. Zimmermann war zwar etwas schneller als seine beiden Kollegen - am Ende stand aber Startplatz 27 auf dem Papier. „Aus dem hinteren Mittelfeld ist es natürlich schwierig, viel aufzuholen“, so Zimmermann. „Wir wussten aber, dass in den drei Stunden viel passieren kann. Deshalb waren wir guter Dinge.“ Und es passierte eine Menge. Auf Trockenreifen gestartet, musste das Feld schon früh in die Box. Denn nach 20 Minuten schüttete es aus Kübeln, sodass die PS-starken Boliden nur so über den Kurs rutschen. Team Grasser Racing entschied sich, als einer der Ersten zu wechseln. Da aber kurz darauf eine Safety-Car-Phase folgte, weil ein Konkurrent quer in der Streckenbegrenzung hing, war der Vorteil der Regenreifen schnell dahin. „Wir waren bis dahin auf einem guten Weg und hätten das nutzen können“, ist Zimmermann sicher. „Am Ende war es dann einfach Pech und wir hingen im Verkehr fest.“ Und so übergab Schmid das Fahrzeug auf einem Mittelfeldplatz an Galbiati, der ebenfalls versuchte, auf wieder abtrocknender Strecke weiter Boden gut zu machen. Da nun aber ein Rennauto nach dem anderen aufgrund von Reifenschäden viel Kleinholz hinterließ, ging es erneut im Schneckentempo hinter dem Safety Car über die Strecke. Das Grasser-Auto mit der Nummer 16 hatte bei einer dieser Langsam-Phasen das Pech, überrundet hinter dem Führenden festzustecken, sodass das Feld vor ihm Strecke machen konnte. „In anderen Serie darf vor Ende des Safety-Cars zurückgerundet werden. In der GT World Challenge ist das nicht so“, erklärt der Langenargener. Als der 24-Jährige dann nach zwei Stunden in den Lamborghini Huracan stieg, war eine Aufholjagd nahezu unmöglich. Tim Zimmermann sah am Ende die Zielflagge auf Rang 27. Auch weil die Abstimmung des Autos nicht ganz glücklich gewählt war, kämpfte er mit stumpfen Waffen. Nach drei Stunden Regenchaos und viel Safety-Car-Action blieb der Startplatz auch der Rang in der Endabrechnung. „Wir haben uns mehr ausgerechnet, da muss man gar nicht drum herum reden“, sagt Zimmermann. „Schlussendlich gewinnen und verlieren wir zusammen. Deshalb können wir meine World-Challenge-Premiere als gute Erfahrung abhaken.“ Zimmermann reist aus Monza direkt nach Oschersleben. Dort findet in dieser Woche der erste offizielle Test für das ADAC GT Masters statt, das der Lamborghini-Junior zusammen mit seinem letztjährigen Partner Stijn Schothorst bestreiten wird.

19.04.2021

Tim Zimmermann fährt in Sebring auf die Pole

Tim Zimmermann fährt in Sebring auf die Pole

Wie schon bei den 24 Stunden von Daytona hatte Tim Zimmermann auch bei den zwölf Stunden von Sebring Pech mit dem Material. Nach drei gefahrenen Stunden versagten die Bremsen des Lamborghini Huracan GT3 und das Dienstfahrzeug von Grasser Racing krachte spektakulär in die Streckenbegrenzung. Franck Perera, der zur dieser Zeit am Steuer saß, kam zwar glimpflich davon, das Rennen war für Perera, Zimmermann und Stephen Simpson trotzdem vorbei. „Zuerst sind wir alle froh, dass es Franck gut geht“, sagte Zimmermann später. „Wir wissen nicht genau, warum die Bremsen nicht mehr funktioniert haben, denn das Team hatte das Auto eigentlich perfekt vorbereitete.“ Dieser Dämpfer war aber der einzige Wermutstropfen in Zimmermanns USA-Einsatz. Schließlich sorgte der 24-Jährige schon beim Qualifying für Aufsehen auf der Strecke. Zimmermann fuhr die schnellste Zeit in der GTD-Klasse und stellte seinen Huracan auf die Pole-Position. „Es hat alles sehr gut gepasst“, war er sichtlich stolz auf seine Leistung. „Ich habe mich auf der Strecke in Sebring sehr wohl gefühlt und konnte voll ans Limit gehen.“ Im Rennen sollte es dann auch sehr ordentlich für die Grasser-Truppe losgehen. Nach einer Stunde Rennaction von Stephen Simpson übernahm Zimmermann das Steuer und setzte wiederum eine Bestzeit nach der anderen in seiner Klasse. „Ich denke, damit habe ich bewiesen, dass es die richtige Entscheidung von Grasser und Lamborghini war, mich in Sebring einzusetzen“, sagte Zimmermann selbstbewusst. „Wenn das Auto gehalten hätte, wäre richtig viel drin gewesen. Allerdings ist das eben Langstrecke. Da kann so etwas passieren.“ Zimmermanns Bilanz fällt so oder so positiv aus. Mit Testfahrten und Rennen war der Langenargener nun drei Wochen in Florida und konnte sich dort „perfekt auf die anstehenden Aufgaben vorbereiten“, wie er sagt. „Ich hatte hier die Möglichkeit, draußen zu trainieren und viel Simulator zu fahren“, erzählt er. „Ich werde viel aus den USA nach Europa mitnehmen.“ Dort hat er nun eine kurze Pause und steigt dann am Nürburgring wieder in seinen Lamborghini. Bald steigen die ersten Testfahrten für die anstehende Saison im ADAC GT Masters.

22.03.2021

Tim Zimmermann fährt 2016 Tourenwagen

Tim Zimmermann wird im kommenden Jahr in der neu geschaffenen Tourenwagenserie TCR an den
Start gehen. Das gaben der 19-jährige und sein Team Engstler Motorsport bekannt. Zimmermann
möchte mit den erfahrenen Allgäuern den Umstieg vom Formelauto in den Tourenwagensport schaffen
und verfolgt weiter seinen Traum von der Weltmeisterschaft

Dass Tim Zimmermann seine vier freistehenden Räder gegen ein Auto mit Dach tauschen würde, stand schon
zum Ende der vergangenen ADAC-Formel-4-Saison fest. Statt weiter im Formelsport geht der Langenargener
kommende Saison im Tourenwagen an den Start. TCR ist der Name der in Deutschland neuen und zugleich
schon vor dem Start viel beachteten Serie. „Mein Ziel war es immer, Weltmeister zu werden“, sagt
Zimmermann. „Und genau diese Ziel werde ich jetzt konkret in der TCR verfolgen.“
Der Partner auf diesem Weg ist kein Unbekannter. Franz Engstler mit seinem Team Engstler Motorsport hat
Zimmermann unter Vertrag genommen. Der Allgäuer hat den Rennfahrer vom Bodensee lange beobachtet,
immer wieder waren Zimmermann und Engstler in Kontakt. Als Engstler im Sommer die TCR Deutschland auf
der Rennstrecke vorstellte, begannen schnell die ersten Gespräche, die auf der Essen Motorshow
Ende November zum Abschluss gebracht wurden. „Franz hat sehr viel Erfahrung und davon kann
ich in der ersten Saison im Tourensport natürlich wahnsinnig profitieren“, freut sich Zimmermann. „Außerdem
ist die ganze Einstellung des Teams zum Rennsport für meine Verhältnisse genau die richtige.“
Bei allen Läufen der TCR Deutschland und den Läufen der Europameisterschaft wird Zimmermann
teilnehmen, außerdem startet er mindestens einmal im Rahmen der Weltmeisterschaft. Letztere ist das
mittelfristige Ziel des 19-jährigen, der jetzt den Umstieg vom Formelwagen in ein frontangetriebenes Auto
schaffen muss. 330 PS bei einem Gewicht von knapp 1200 Kilogramm hat sein VW Golf VII, den er 2016 bei
über 20 Rennen steuern wird. „Das wichtigste ist, dass jetzt Tim viel im Auto sitzt und er ein Gefühl für die
TCR bekommt“, so Engstler. „Er ist ein talentierter Motorsportler und wir haben uns bewusst für diese
Zusammenarbeit entschieden. Wir glauben an Tim.“
Und die Motorsportszene glaubt an die TCR. Das Interesse an der Serie ist enorm, der TV-Sender SPORT1
hat sich entschieden, die deutschen Rennen, die größtenteils im Rahmenprogramm von des GT Masters
angesiedelt sind, im Fernsehen zu zeigen. Außerdem schicken Ford, Opel, VW, Seat und Honda ihre Zwei-
Liter-Motoren mit etwa 330 PS ins Rennen. „Die TCR ist der perfekte Einstieg in den Tourenwagensport und
ich kann den ersten Start kaum erwarten“, sagt Zimmermann. „Und die Zuschauer können sich wirklich auf
jede Menge Spektakel auf der Rennstrecke freuen.“