Strafversetzt und doch in den Punkten

Strafversetzt und doch in den Punkten

Für Tim Zimmermann war die Welt nach dem Qualifying am Norisring in Ordnung. „Ich war voll am Limit und habe alles aus dem Auto herausgeholt“, sagte er kurz danach. Vom achten und vom 12. Startplatz hätte Zimmermann seine Rennen am Dutzendteich in Angriff nehmen sollen. Allerdings sollte es nicht so weit kommen. Die Regelhüter machten dem Langenargener einen Strich durch die Rechnung und versetzten ihn ans Ende des Feldes. Der Grund dafür war mehr als ärgerlich. Direkt nach seinen beiden schnellen Runden lenkte Tim Zimmermann seinen Porsche in die Box. Ein wenig Zeit war da noch auf der Uhr. Die Mechaniker nahmen sein Auto in Augenschein und hatten einen kurzen Moment nach Ende des Zeittrainings noch die Hand an den Reifen. Eine Kamera der Regelhüter zeichnete dies auf und folgte strengstens dem Regelwerk. Weil zwischen Qualifying und Rennen nichts am Auto verändert werden darf, gab es direkt die Strafversetzung ans Ende des Felds. „Natürlich darf nichts am Auto verändert werden und das ist in diesen drei Sekunden auch sicher nicht passiert“, so Zimmermann. „Aber wie die Regel dann ausgelegt wurde, dazu kann sich jeder sein eigenes Bild machen. Wir haben als Team einen Fehler gemacht und ich als Fahrer wurde hart bestraft.“ Statt in Richtung Podium anzugreifen, musste sich der 22-Jährige also von Rang 29 in Richtung Punkte kämpfen. Und schon im ersten Lauf gelang ihm das fast. Er ging allen Scharmützeln auf dem engen Stadtkurs aus dem Weg und pflügte sich Platz um Platz durchs Feld. Mit Platz 17 sollte es am Ende trotzdem ohne Punkte enden. Trost fand Tim Zimmermann mit Blick auf die gefahrenen Rundenzeiten. „Ich war so schnell wie die Spitze um Laufsieger Julien Andlauer und hätte am Norisring eine Menge reißen können“, sagt Zimmermann, der für die Renngemeinschaft Graf Zeppelin startet. „Ohne die Strafversetzung wäre ganz sicher viel möglich gewesen.“ Im zweiten Rennen am Sonntag ging es dann doch noch in die Punkte. Weil sich an der Spitze die Führenden gegenseitig abräumten und Zimmermann viele Lücken fand und auch nutze, sammelte er als 13. sogar noch drei Punkte für die Gesamtwertung. „Die erste Saisonhälfte war nicht unbedingt nach meinen Wünschen“, resümiert er nach acht von 16 Läufen. „Aber für die zweite Saisonhälfte ist noch eine Menge möglich. Ich kann nur aus den ganzen Missgeschicken lernen und im August in Zandvoort wieder angreifen.“ [envira-gallery id="6816"]

08.07.2019

Nach drei Kilometern war Schluss

Nach drei Kilometern war Schluss

Nach nur drei Kilometern Renndistanz am Samstag stand Tim Zimmermann ziemlich bedient an einen Reifenstapel gelehnt. Vor seinen Augen wurde sein ziemlich lädierter GT3 Cup-Porsche von der Strecke geschleppt. Nicht einmal eine Runde Red Bull Ring blieb dem Langenargener vergönnt und schon zu diesem Zeitpunkt dämmerte ihm, dass sein Gastspiel im österreichischen Spielberg viel zu früh enden sollte. „Es war ein ziemlich heftiger Unfall und es hat mich ziemlich durchgeschüttelt“, sagt Zimmermann, der bis auf eine Prellung am Arm unverletzt aus seinem Porsche steigen konnte. „Die Mechaniker hatten keine Chance, das Auto für Sonntag wieder flott zu bekommen.“ Wobei das Rennwochenende eigentlich ganz ordentlich begann. Mit Startplatz elf für das Sonntagsrennen zeigte sich Tim Zimmermann zufrieden. Nach zuletzt verwachsten Qualifyings hatte der 22-Jährige „eine gute Runde erwischt, wobei die Zeitabständige unglaublich eng waren“. Und auch am Start war für den Langenargener alles in Ordnung. Sechs Plätze hatte er schon gut gemacht, als er in Kurve sieben einbog. Dort hatte sich Jean-Baptiste Simmenauer vor ihm vertan und rutschte aus dem Kiesbett quer zur Fahrbahn zurück auf die Strecke. Der pinke Renner landete genau vor Zimmermann Schnauze. „Ich hatte nur den Bruchteil einer Sekunde, um zu reagieren“, so Zimmermann. „Ausweichen war unmöglich und ich konnte dem Crash nicht mehr aus dem Weg gehen.“ Zudem rauschte noch ein weiterer Konkurrent in Tim Zimmermanns Heck. Das Rennen und das gesamte Wochenende waren beendet. „Das war schon eine ziemlich frustrierende Situation“, gibt er zu. „Ich hatte mir so viel vorgenommen und musste meine Pläne schon nach ein paar Kurven begraben.“ Trotzdem er schuldlos war, nimmt er die Situation wie ein Sportler: „Lamentieren hilft jetzt auch nichts. Ich war eben zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Motorsport ist eben so, das Blatt kann sich schon beim nächsten Rennen wieder wenden.“ Das wird dann vom 5. bis 7. Juli am Norisring in Nürnberg sein. Bis dahin kann Zimmermann, der für die Renngemeinschaft Graf Zeppelin starten, dann in seinen neu aufgebauten Porsche steigen. „Da war leider nichts zu retten“, so Zimmermann. „Vielleicht bringt mir das neue Auto dann auch ein bisschen mehr Glück.“ Den ersten Lauf in Spielberg gewann erneut Dominator Larry ten Voorde. Rennen zwei, das Tim Zimmermann am Mikrofon von Sport1 co-kommentierte, holte sich Julien Andlauer. „Es war eine schöne Erfahrung, auch mal wieder ein Rennen zu kommentieren und das hat sehr großen Spaß gemacht“, sagt Zimmermann. „Aber klar wäre ich lieber im Auto gesessen und hätte einen Angriff aufs Podium gestartet.“ Den muss er jetzt auf Anfang Juli verschieben.

11.06.2019

Erneut erfolgreiches Wochenende für Mike Halder, Mitglied der Renngemeinschaft Graf Zeppelin, bei der ADAC TCR Germany, am Sachsenring

Am vergangenen Wochenende, vom 15. bis 17. Sept. 2017,
fand auf dem Sachsenring bei Chemnitz, Lauf 11 und 12 der
ADAC TCR Germany statt.

Mike Halder (21), Förderkandidat der ADAC Stiftung Sport und Mitglied der Renngemeinschaft Graf Zeppelin, ließ, trotz 30 kg Zusatzgewicht, Folge seines Gesamtsiegs am Nürburgring, keine Zweifel aufkommen, den Punkteabstand zum Gesamtführenden, Josh Files, verringern zu wollen.
Mit Platz 2 im ersten und zweiten Freien Training am Freitag unterstrich er diese Absicht mit
Nachdruck.
Im darauffolgenden Qualifying sicherte sich Mike P 6 für Lauf 11, am Samstag, für den Sonntag bedeutete dies P 5, da in umgekehrter Reihenfolge gestartet wurde.
Mike Halder erwischte dann einen gewohnt sehr guten Start und kam schon auf Platz 4 aus der ersten Kurve. In dieser Position überquerte er auch die Start Zielgerade in Runde 1, setzte jedoch schon, den an Position 3 liegenden Markus Österreich, vom “Lokal Team Honda Fugel“ massiv unter Druck, ging dann auch souverän in Kurve 1 innen an Ihm durch.
Das Spitzentrio, van der Linde, Proczyk, Halder konnte sich dann auch sofort etwas vom Rest des Feldes absetzen und fuhren unbeirrt Ihr Rennen. Während Shelden van der Linde dann mit passablem Abstand davonzog, gelang Mike immer mal wieder näher an den 2. Platzierten Harry Proczyk ranzufahren. Die 30 kg zusätzliches Gewicht ermöglichten aber kein Vorbeikommen.
Eng wurde es dann für Mike Halder nochmals 3 Minuten vor Rennende, als sich der von der Pole gestartete Luca Engstler, beim Start zurückgefallen auf Platz 5, wieder an die drei Führenden herangekämpft hatte und sich in Kurve 1 sogar an Mike vorbei schob.
Halder setzte aber postwendend den Konter ging dann in Kurve 2 wiederum innen an Engstler vorbei und verteidigte Platz 3, somit wieder einen Platz auf dem Podium, bis ins Ziel.
Die Geschichte von Lauf 12 am Sonntag ist schnell erzählt. Begünstigt durch eine Disqualifikation im Qualifying von Mike´s Teamkollegen Alex Morgan, belegte Josh Files Rang 10 und konnte somit in diesem Lauf von der Pole aus ins Rennen gehen. Mike startete von der 5 und in gewohnter Weise, durch einen hervorragenden Start, lag er schon nach Kurve eins an dritter Position.
Halder attackierte sofort den Schweizer Kris Richard, an Position 2 liegend. Folge war, dass Runde 1 auch auf dieser Position beendet wurde.
Richard konnte dann nochmals einen Konter setzen. In Kurve drei war das Thema aber erledigt und Mike nahm die Verfolgung, des inzwischen schon davon geeilten Josh Files, auf.
Runde für Runde kam Mike näher an den Führenden heran und es zeichnete sich abermals, wie schon auf dem Nürburgring, ein Rad an Rad Duell der beiden um den Sieg ab.
Ab Mitte der Renndistanz mussten dann Mikes Vorderreifen Tribut an die 30 kg Zusatzgewicht zollen und haben dadurch sehr stark abgebaut.
Jetzt galt es nur noch die Platzierung sicher ins Ziel zu bringen, was auch mit einem weiteren Platz
auf dem Podium souverän gelang.
Files Erster, Halder Zweiter, Richard Dritter.
Für das kommende Wochenende zum Saisonfinale in Hockenheim, zwar mit 78 Punkten Rückstand auf Files noch eine theoretische Chance auf den Titel, realistisch gilt es aber die Vizemeisterschaft zu sichern.
Bester Deutscher Fahrer, bester Seat im Feld, in seiner 2. Saison bei der ADAC TCR Germany wäre dies sicherlich ein hervorragendes Ergebnis für Mike Halder und somit auch ein Erfolg für die Renngemeinschaft Graf Zeppelin.