Versöhnlicher Saisonabschluss für Tim Zimmermann

Versöhnlicher Saisonabschluss für Tim Zimmermann

Das freie Training war gleich ein Ausrufezeichen. Hinter dem späteren Laufsieger Michael Ammermüller fuhr Tim Zimmermann die zweitschnellste Zeit. Ein Fingerzeig für das ganze Wochenende sollte das aber trotzdem nicht sein. „Im Regen am Freitag war viel mehr möglich als dann später im Trockenen“, sagt er. „Hätte es auch am Samstag und Sonntag geregnet, wäre uns das noch ein wenig mehr entgegen gekommen.“ Das Qualifying fand dann auf trockener Strecke statt. Und auch da konnte der 23-Jährige lange mit der Spitze mithalten. Kurz vor Schluss konnte die Konkurrenz dann aber noch einmal zulegen und Zimmermann musste sich mit den Startplätzen sieben und neun begnügen. „Das war keine ganz schlechte Position für das Rennen und eines meiner besten Zeittrainings in dieser Saison“, so Zimmermann, der für die Renngemeinschaft Graf Zeppelin startet. „Man hat aber schon da gesehen, dass ganz vorne einfach andere Zeiten möglich waren.“ Das erste Rennen ging der Langenargener dann mit viel Mut und Risiko an und versuchte sich gleich zu Beginn ein Stück weiter nach vorn zu schieben. Nach einer Rangelei mit Igor Walilko fiel Zimmermann dann allerdings ein paar Meter zurück und verlor eine Position. Rang acht sicherte der Black-Falcon-Pilot nach hinten ab, konnte aber nach vorn nicht mehr angreifen. „Das Auto hat an diesem Wochenende einfach nicht mehr zugelassen“, erzählt er. „Ich war froh, dass ich die Meute hinter mir halten und Rang acht ins Ziel bringen konnte.“ Auch im zweiten Lauf am Sonntag war das Bild ähnlich. Zimmermann setzte sich erst auf Rang zehn fest, musste Jaap van Lagen ziehen lassen und verteidigte seinen elfen Rang und damit vier Punkte für die Gesamtwertung mit dem Messer zwischen den Zähnen. „Es war nicht leicht mit unseren Traktionsproblemen klar zu kommen“, sagt Zimmermann. „Trotzdem hat es eine Menge Spaß gemacht, zum Ende der Saison noch einmal richtig mit meinen Kollegen auf der Strecke zu kämpfen.“ Die Saison beschließt Tim Zimmermann nun als Zwölfter der Gesamtwertung. Ganz knapp konnte er am Sachsenring noch an Konkurrent Leon Köhler vorbeiziehen. „Sicher hatte ich mir mehr vorgenommen für diese Saison“, gibt Zimmermann zu. „Aber am Ende und mit all unseren Schwierigkeiten bin ich mit dem Ergebnis dann doch zufrieden.“ Auch weil „meine Sponsoren mich zu jeder Zeit unterstützt haben“, wird Zimmermann die Saison 2019 in guter Erinnerung behalten. Jetzt geht es an die Saisonplanung für 2020. Spruchreif ist allerdings noch nichts. „Sicher macht es großen Spaß, im Porsche unterwegs zu sein“, so Zimmermann. „Ich habe allerdings auch ein paar Angebote aus Asien und werde in nächster Zeit viele Verhandlungen führen.“ Denn trotzdem die Saison jetzt offiziell vorbei ist - Urlaub wird Zimmermann wenig haben. „Im Prinzip startet die kommende Saison fünf Minuten nachdem die alte zu Ende gegangen ist.“

30.09.2019

Heimsieg für Dominik Fugel und Vizechampions in der Teamwertung

Heimsieg für Dominik Fugel und Vizechampions in der Teamwertung

Das große ADAC TCR Germany Finale fand in diesem Jahr auf dem Sachsenring statt. Die Heimstrecke für das Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen und vor allem für Dominik Fugel. Freunde, Familie und viele Gäste waren angereist, um das Team noch einmal anzufeuern. Zum letzten Mal hieß es in dieser Saison: „Fahrer, starten Sie die Motoren!“ – Und das ließen sich Mike Halder und Dominik Fugel nicht zweimal sagen.

Souveräner Start-Ziel-Sieg von Dominik Fugel

Bereits am Freitag wurde deutlich, wer am Sachsenring Zuhause ist. Der gebürtige Chemnitzer, Dominik Fugel, setzte die Messlatte im Qualifying: 1:39.428 Minuten brauchte der 22-Jährige für die Umrundung des 3,645 Kilometer langen Rennparcours. Die Zeit blieb bis zum Schluss ungeschlagen und Fugel feierte vor heimischer Kulisse nicht nur die Pole Position, sondern zusammen mit seinem Teamkollegen Mike Halder sogar eine Doppel-Pole! Den ersten Startplatz setzte Fugel am Samstag auch souverän im Rennen um: Perfekter Start, keine Fehler und ein sauberes Rennen. Der Start-Ziel-Sieg war ihm sicher! „Es war einfach mega geil“, so die Emotionen nach dem Rennwochenende. „Vor so einer Kulisse Zuhause zu gewinnen ist Wahnsinn. Das werde ich so schnell nicht mehr vergessen!“ Teamkollege Mike Halder belegte am Ende Rang drei, feierte mit Fugel auf dem Podium und war damit immer noch theoretischer Kandidat im Kampf um den Meistertitel.

Versöhnlicher Saisonabschluss

Am Sonntag ging es für den Sieger vom Vortag, Dominik Fugel, von Platz zehn ins Rennen. Eine Startposition davor: Mike Halder, der im Kampf um den Meisterschaftstitel zwar punktemäßig einen weiten Rückstand hatte, aber nichts unversucht ließ. Nach einem turbulenten Start, bei dem Fugel in der ersten Kurve abgedrängt und mit abgewürgtem Motor bis ans Ende des Feldes zurückfiel, war es auch für Halder eher unrealistisch sich nach vorne zu kämpfen. Am Ende überquerte er als Vierter die Ziellinie. Fugel hingegen kämpfte sich noch einmal nach vorne und zeigte bei seinem Heimatrennen eine Aufholjagd der Extraklasse! Am Ende sah er als Fünfter die Zielflagge. In der Fahrerwertung erlangten Mike Halder und Dominik Fugel die Ränge vier, beziehungsweise fünf. Die Teamwertung schloss das Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen sogar als Vizechampion ab! Die ADAC TCR Germany Saison 2019 ist in den Geschichtsbüchern. Sieben aufregende Rennwochenenden liegen hinter den Fahrern, die sie so schnell nicht mehr vergessen werden. Mike Halder und Dominik Fugel zeigten beachtliche Rennen und konnten mit fairen Duellen, Podiumserfolgen und dem ein oder anderen Rennsieg überzeugen. Das gesamte Team bedankt sich bei allen Unterstützern, Freunden und Fans für eine tolle Saison! [envira-gallery id="7359"]

29.09.2019

Zimmermann fehlt Traktion

Zimmermann fehlt Traktion

Der Start in das Rennwochenende war ein guter. Als Sechster beendete Tim Zimmermann das freie Training am Freitag und machte sich berechtigte Hoffnungen, ähnlich am Samstag aus dem Qualifying zu gehen. Allerdings blieb es bei der Hoffnung. Fehlende Traktion und der Umstand, dass der 23-Jährige seine guten Sektoren nicht in einer perfekten Runde zusammenbekam, spülten ihn in der Startaufstellung für die Rennen zurück auf die Ränge 13 und 15. „So lief es in dieser Saison leider öfter“, so Zimmermann. „Wir haben auf diese schnelle Runde eben unsere Probleme und finden so recht keine Lösung.“ Denn der Speed im Rennen stimmte auch in Hockenheim. Nach wenigen Runden war Zimmermann schon unter den besten Zehn. Nur drei Einsätze des Safety Cars verhinderten, dass der Langenargener mit noch mehr Rennzeit weiter nach vorne fahren konnte. „Im Rennen konnte ich gut mithalten und die Zeiten der Fahrer vor mir mitgehen“, erzählt er. „Bei den Restarts habe ich aber aufgrund der fehlenden Traktion immer wieder Boden verloren und musste den über die nächsten Runden aufholen.“ Das gelang dem Black-Falcon-Piloten, der für die Renngemeinschaft Graf Zeppelin startet, auch im zweiten Lauf in der Kurpfalz. Von Startplatz 15 kämpfte sich Tim Zimmermann zwischenzeitlich wieder auf den neunten Rang nach vorn, lieferte sich heiße Duelle mit der Konkurrenz und kassierte auch seinen vor ihm gestarteten Teamkollegen David Kolkmann. Mit einem Manöver eine halbe Runde vor Schluss verbaute sich Zimmermann aber dann ein Ergebnis in den Punkten. Bei dem Versuch Alex Arkin Aka aufzuschnupfen, berührte Zimmermann den Rookie und wurde zur Strafe nachträglich auf Platz 22 versetzt. „Das war eine blöde Situation und auch sicher keine Absicht“, sagt Zimmermann zu seinem Unfall. „Aber das muss ich jetzt abhaken und konzentriere mich auf die letzten beiden Saisonrennen.“ Die nimmt der Carrera Cup Deutschland vom 27. bis zum 29. September in Angriff. Auf dem Zettel steht der Sachsenring, auf dem Zimmermann vergangene Saison sein bisher bestes Ergebnis als Dritter auf dem Podium erlebte. „Das ist jetzt auch mein Ziel, mich am Sachsenring noch einmal von meiner besten Seite zu zeigen“, sagt er. „Die Gesamtwertung spielt für mich keine große Rolle mehr. Ich möchte jetzt einfach noch zwei gute Einzelergebnisse.“

16.09.2019

Zimmermann zum Saisonstart nach Shanghai

Nach dem erfolgreichen Auftakt im Porsche Carrera Cup beginnt für Tim Zimmermann am kommenden Wochenende (27. bis 29. April) auch die Motorsportsaison in Asien. Mit seinem australischen Teamkollegen Tim Macrow startet er in Shanghai in der asiatischen FRD LMP3-Serie auf einem LMP3-Auto der Marke Ligier. Dank seines Sponsors Profi-Car prangt der Schriftzug „Made in Germany“ auf dem Auto. Dass dies auch wirklich für Qualität steht, will Zimmermann mit seinem malaysischen Team S&D Motorsport trotz der ungewöhnlichen klimatischen Bedingungen zum Saisonstart unter Beweis stellen.

Der Blick auf seine Wetter-App rang Tim Zimmermann vor seinem Abflug nach Shanghai dann doch ein wenig Respekt ab. Wenn der 21-Jährige am kommenden Wochenende auf dem Formel-1-Kurs seine Runden drehen wird, zeigt das Thermometer wohl über dreißig Grad an und die Luftfeuchtigkeit in der chinesischen Metropole wird bei über 90 Prozent liegen. „Das sind wir in Europa so ja nicht unbedingt gewohnt“, sagt Zimmermann über die Sauna von Shanghai. „Wir werden wohl kräftig schwitzen. Das ist schon auch ein Faktor, der das Rennen anstrengender macht.“

Ein Qualifying und zwei Rennen wird der Langenargener am Wochenende in Shanghai bestreiten. Bei den beiden Läufen teilt er sich die eine Stunde Rennzeit mit seinem Teamkollegen Tim Macrow. Der Australier ist 33 Jahre alt und hat in seiner Heimat unter anderem die Formel-3-Serie bestritten. Für Tim Zimmermann ist mit dem Duo „Tim und Tim“ Neuland, sich ein Fahrzeug zu teilen und das Ergebnis auch von der Leistung des Teamkollegen abhängig machen zu müssen. „Wir verstehen uns sehr gut und haben in den Tests ähnliche Leistungen gezeigt“, sagt Zimmermann über sein Fahrerduo. „Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass wir bei den Rennen vorne mit dabei sein können.“

Genaue Erwartungen hat Zimmermann aber nicht, auch wenn der ehrgeizige Langenargener immer das Podium im Blick hat. Die Endurance-Serie mit den LMP3-Prototypen geht in Asien erst in die zweite Saison, auch wenn das Starterfeld mit schnellen und erfahrenen Piloten besetzt ist. Was Tim Zimmermann aber schon erahnen kann, ist die Mototorsportbegeisterung der Chinesen. „Ich habe Videos von vergangenem Jahr gesehen“, erzählt er. „Das sind die Tribünen fast aus allen Nähten geplatzt. Das war Wahnsinn.“ Die Serie ist die Hauptattraktion an diesem Wochenende. Im Rahmenprogramm sind beispielsweise der Renault Clio Cup und die asiatische Formel Renault unterwegs.

Nicht zuletzt deswegen ist Zimmermanns Vorbereitung auf den Saisonstart in Asien akribisch. Schon am Dienstag reiste er in Shanghai an, saß am Donnerstag das erste Mal in seinem fast 500 PS starken Boliden, der sich sehr stark von seinem Porsche im Carrera Cup unterscheidet. „Bei den LMP3-Autos kommt es vor allem auf den Abtrieb und auf die hohen Kurvengeschwindigkeiten an“, sagt er und hat sichtlich Spaß an seinem neuen Arbeitsgerät. „Es gibt viel Windschatten, was auch das Überholen etwas einfacher macht als im Porsche macht.“

Auch aufgrund der Zeitumstellung ist Tim Zimmermann um jeden Tag froh, den er nutzen kann um sich zu akklimatisieren. Sechs Stunden ist Shanghai voraus. Wenn der Langenargener also dort zur Mittagszeit ins Auto steigt, zeigt die Uhr in Deutschland noch den frühen Morgen. „Wenn ich mich an den Schlafrhythmus gewöhnt habe, dann geht es ganz gut“, sagt der Motorsportler, der mit der Unterstützung der Renngemeinschaft Graf Zeppelin an den Start gehen wird. „Zeitumstellung und das Klima sind sicher ein Vorteil für die asiatischen Fahrer“, sagt er. „Wir werden aber unser Bestes tun, um mit unserer Leistung das Auto ganz vorne zu bewegen.“

Die Rennen im Überblick (alle Uhrzeiten deutsche Zeit. In Klammern Shanghai-Zeit)

Qualifying 1+2: Samstag, 28. April, 6:40 Uhr bis 7:10 Uhr (12:40 Uhr bis 13:10 Uhr)
Rennen 1: Samstag, 28. April, 9:15 Uhr (15:15 Uhr)
Rennen 2: Sonntag, 29. April, 7 Uhr (13 Uhr)